Es kann durchaus entspannend sein, sich mit möglichen Entwicklungen im Morgen zu beschäftigen, wenn man zunächst einmal weit genug heraus schwimmt – bis hin zu der Bereitschaft, sich mit einer voluminösen Vision auseinander zu setzen. Dafür reiste ich nach Dresden, zum 4. Dresdner Zukunftsforum.

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Referent und „restless genius“ Ray Kurzweil erfand einst eine Lesemaschine für Blinde und gilt heute als einer der größten Visionäre im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Seine These: In weniger als 20 Jahren wird Künstliche Intelligenz die menschliche eingeholt haben. Davon ist der 1948 geborene US-Amerikaner so überzeugt, dass er schon 2002 eine Wette über 20.000 US-Dollar abschloss. Betrachtet man die Geschwindigkeit, mit der sich technologische Wandel inzwischen vollziehen, erscheint diese gewagte These nicht völlig aus der Luft gegriffen und unvorstellbar. In der Zukunftsforschung gibt es mit der „technologischen Singularität“ bereits einen feststehenden Terminus für die Zeit, ab der Maschinen sich selbst optimieren können und damit noch einmal der Turboknopf für weitere Entwicklungen eingeschaltet wird.

Wer sich fragt, wie ein Mensch mit solchen Visionen lebt, erfährt mehr über ihn im Interview „Werden wir ewig leben, Mister Kurzweil?“ oder auf seiner Website, wo er auch seine Powerpointpräsention zum Download hinterlegt hat (PDF, 40 MB!). Sehr treffend fand ich den Tweet von Joachim Niemeier (Initiator des Dresdner Zukunftsforums 2005): „Ob #raykurzweil in seinem Labor nicht schon laengst an einem Clone von sich arbeitet?“

„Data is not interested in itself.“

Am Nachmittag erklärte Sir Tim Berners-Lee, wie ihm vor 20 Jahren das World Wide Web eingefallen ist. Dabei wird klar, dass er eigentlich nur mit ein paar logischen, cleveren Überlegungen eine Brücke geschlagen hat zwischen dem, was bereits vorhanden war: Computer, Software und Dateien, denen er das Laufen von Mensch zu Mensch beibrachte. Seine Faszination für die so entstandenen Möglichkeiten ist offensichtlich ungebrochen. Daten gewinnen ein Vielfaches an Wert, wenn sie miteinander verlinkt werden: „Data is not interested in itself, it’s the linking of the data.“

Die Herausforderung liegt in einer sinnvollen Nutzung und verantwortungsbewusstem Umgang mit gesammelten Daten. Weltweit sind aktuell 20% der Menschheit über das WWW miteinander vernetzt. Daraus sollen mehr werden, wünscht sich Berners-Lee und gründete 2009 die World Wide Web Foundation, eine Organisation mit der Maxime, aus dem WWW das Beste für den Menschen heraus zu holen.

Zwischen den Vorträgen befreiten sich die Teilnehmer in Breakout-Sessions zu Futurethemen wie „Steigerung der Innovationsfähigkeit“, „Energieeffizienz als Wettbewerbsfaktor“ und „Neuromarketing“. Ich entschied mich für die „Unternehmenskommunikation 2.0“ … (Fortsetzung folgt)


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