Jeder – aber auch wirklich jeder – sollte in seinem Leben mindestens 1x ein BarCamp besucht, besser noch eines veranstaltet haben.

Kein anderes Veranstaltungsformat bietet so viel Freiraum, Themen zu beleuchten, über den Tellerrand zu schauen und Menschen kennen zu lernen. Erstaunlicherweise wissen viele noch immer nicht, was ein BarCamp überhaupt ist. Deshalb dieser kleine Beitrag als Informationsstütze und Motivationshilfe.

Warum „BarCamp“ und wo kommt das überhaupt her?

Als ich 2009 das „BildungsCamp zu Wissen und Lernen im digitalen Zeitalter“ mitorganisierte, waren Anfragen wie „Muss ich einen Schlafsack mitbringen?“ keine Seltenheit. Etymologisch ist der Begriff „BarCamp“ ausgesprochen nerdig und kann für Uneingeweihte nur missverständlich sein. Aber er ist etabliert und all meine Versuche, ein ebenbürtiges Synonym zu finden, sind bislang fehlgeschlagen. Manche übersetzen BarCamp mit „Unkonferenz“, was aber wiederum Erklärungsbedarf herbeiführt. Zu Begriffsherleitung und Geschichte gibt es einen Beitrag von Franz Patzig, der häufig als Standardwerk für BarCamp-Einsteiger verlinkt wird. Amüsant und erhellend ist auch das fiktive Gespräch zwischen t3n-Redakteur Jan Tißler und seiner Mutter.

Was macht BarCamps so spannend?

Wer zum ersten Mal ein BarCamp besucht, kehr meist mit einer gewissen Verzauberung oder wenigstens Faszination zurück. Ein schöner Beitrag dazu stammt von Tim Renner, der nicht ohne Vorbehalte am futuremusiccamp teilnahm.

Mein erstes Mal fand auf dem BarCamp Cologne 2009 statt, wo mir zum Beispiel Axel Quack in seiner Session den Begriff des Coworking näherbrachte. Ohne Martin Butz auf dem DesignCamp Cologne hätte ich wahrscheinlich nie von der „Antropofagia“ gehört und auch die Session zur „User Art“ auf dem ArtEduCamp brachte mir viele neue Erkenntnisse – auch wenn die Teilnehmer sich über Definition des Begriffs und Relevanz des Phänomens uneins waren.

Ganz provokativ gab ich mich beim BildungsCamp mit meinem Beitrag „Macht Internet doof?“. Eine nicht nur von Netzgegnern viel diskutierte Frage, zu der es inzwischen allerhand Studien und Antworten gibt. Natürlich kommt es ganz darauf an, wie der Einzelne das Netz für sich nutzt. Dennoch steckt eine Gefahr darin, dass sich die meisten Recherchen auf Google und Wikipedia beschränken.

Anfangs funktionierten BarCamps fast ausschließlich mit  den „üblichen Verdächtigen“, einer munteren Mischung aus Entwicklern, Webdesignern und anderen netzaffinen Technologiefreunden. Entsprechend gelagert waren auch die Inhalte. Inzwischen gibt es BarCamps zu allen möglichen Themen, bis hin zum Schokocamp, das im Frühjahr oder Herbst 2012 an einem bislang unbekannten Ort stattfinden soll. Wer will, kann sich aber schon mal anmelden …

Klassischerweise sind BarCamps kostenlos und werden über Sponsoren finanziert. Leider hat sich inzwischen gezeigt, dass viele Menschen bei diesem Modell zur Unverbindlichkeit neigen und einfach nicht erscheinen. Das ist unfair den Organisatoren gegenüber, die sich auch um die Verpflegung der Teilnehmer kümmern. Deshalb arbeitet  zum Beispiel das stARTcamp Köln mit einem kleinen Teilnehmerbeitrag. Mit Erfolg: Im September 2012 wird es im Rahmen der Internetwoche Köln wieder ein stARTcamp geben.

Selbst jene, die bei einem BarCamp nicht live vor Ort sein können oder wollen, werden von der Veranstaltung über twitter und andere Kanäle mit (Kurz-)nachrichten in Echtzeit versorgt. Im besten Fall gibt es sogar noch ein Livestreaming.

Warum ist das niemandem viel früher eingefallen?

Weil ein BarCamp ohne Internet als Plattform für Marketing, Information, Kommunikation und Dokumentation kaum denkbar oder sogar unmöglich ist. Mit Flyern allein kommt man bei der Teilnehmergewinnung nicht weit. Und es wäre schade, die vielen wertvollen Kontakte und Informationen nicht auch im Nachhinein gesammelt festzuhalten. Leider auch heute noch ein häufiges Versäumnis vieler Veranstalter und Teilnehmer. Es gibt also noch immer ein schier grenzenloses Potenzial, neue Themen zu besetzen, bekannte neu zu beleuchten und alles ein bisschen besser zu machen. Legt los! Macht ein BarCamp. Oder besucht wenigstens eins.

BarCamps 2012 – eine Liste von Steffen Peschel


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